
Neben wiederverwertbaren Materialien wie Altglas, Altpapier, Aluminium etc. fallen bei der Abfallsammlung täglich große Mengen an Restabfällen an, die entsorgt werden müssen. Bis Ende 2008 war es in Tirol noch erlaubt, diese Restabfälle zu deponieren.
Seit Anfang 2009 ist die Deponierung ohne Vorbehandlung verboten. Es ist nun nötig, die Restabfälle aufzubereiten, um ihr energetisches und rohstoffliches Potenzial zurückzugewinnen. Dazu gibt es mehrere technologische Möglichkeiten wie z. B. die thermische Verwertung oder die mechanische Aufbereitung.
Nach Ausnutzung aller gesetzlich möglichen Übergangsfristen hat sich das Land Tirol zur Aufbereitung der Restabfälle des Zentralraums Tirol für die Errichtung einer mechanischen Abfallsortieranlage (MA) am Standort Ahrental entschieden. Dort sollen in Zukunft aus Restabfällen Ersatzbrennstoffe hergestellt werden.
In der MA Ahrental werden die Abfälle mittels mechanischer Aussortierung in verschiedene Fraktionen getrennt, die in Folge in speziell dafür geeigneten Anlagen weiter behandelt und verwertet werden. Die sogenannte "mechanische Stufe" besteht aus verschiedenen Maschinen zur Zerkleinerung der Abfälle und zur Trennung nach Größe und Stoffeigenschaft.
Auf diese Art werden auch die Wertstoffe wie Glas, Metall etc. aus dem Abfall zurückgewonnen. Nicht weiter verwertbare Reststoffe aus der MA werden in verschiedene thermische Fraktionen getrennt und gelangen so als wertvoller Ersatzbrennstoff in Industrieanlagen zur Erzeugung von Energie.
Die Verarbeitungskapazität der MA Ahrental wurde auf die zu erwartenden Abfallmengen in 20 Jahren ausgelegt. Sie beträgt 116.000 Tonnen pro Jahr. In der Anlage wird der angelieferte Müll in folgende Fraktionen sortiert:
Die kalorischen Fraktionen werden als Ersatzbrennstoffe einer thermischen Verwertung zugeführt, d. h. in Energiezentralen z. B. in der Industrie zur Energieerzeugung eingesetzt. Die Wertstoffe (z. B. Metalle) werden wieder in den Stoffkreislauf eingebracht.
Details zur Anlage:
• MA-Halle ca. 29 m hoch, 69 m lang und 43 m breit
• mechanische Aufbereitung für qualitativ hochwertige thermische Fraktion
• vollautomatische, PC-geregelte Steuerung und Prozessführung
• Abluftreinigung durch mehrstufiges System
• Investitionskosten ca. € 20 Mio.